Der Mechaniker richtete sich langsam auf, wischte sich seelenruhig das Öl von den Händen und sah die zitternden Jungs mit einem durchdringenden Blick an.
“Ihr könnt dann jetzt aussteigen,” beendete er seinen Satz. Die Worte fielen schwer wie Blei in die plötzlich gespenstische Stille der Tankstelle.
Die Türen der schwarzen SUVs schwangen beinahe synchron auf. Großgewachsene Männer in dunklen Anzügen traten heraus, ihre Mienen unleserlich, die Hände wachsam an den Revers ihrer Jacken ruhend. Sie bildeten einen undurchdringlichen Ring um den roten Sportwagen.
Der Fahrer, dessen arrogantes Grinsen wie weggewischt war, stotterte los: “H-hey, was soll das? Das war doch nur ein Witz!”
Clara trat langsam vor. Die Frustration und die Verzweiflung, die eben noch auf ihren Zügen gelegen hatten, waren einer eisigen, kontrollierten Ruhe gewichen. Sie wirkte plötzlich größer, gefährlicher. Der Staub und Schmutz an ihren Händen schien fast wie Kriegsbemalung.
“Ein Witz,” wiederholte Clara tonlos. Sie bückte sich, hob die zerbeulte Getränkedose auf und ließ sie mit einem hohlen Klacken auf die Motorhaube des roten Sportwagens fallen. “Ihr habt keine Ahnung, was ein Witz ist.”
Sie nickte dem Mechaniker zu. Er trat an die Fahrertür des Sportwagens, öffnete sie mit einem Ruck, der nicht einmal den Hauch einer Gegenwehr zuließ, und zog den Fahrer unsanft heraus. Einer der Männer im Anzug übernahm sofort und drückte den strampelnden Jungen gegen die Seite des Wagens. Dem Beifahrer erging es nicht besser.
“Wer… wer seid ihr?”, wisperte der Beifahrer, die Augen weit aufgerissen vor Angst.
Clara ignorierte die Frage. Sie trat an den Mechaniker heran, der ihr etwas reichte – es war nicht etwa ein Ersatzteil, sondern ein kleines, schwarz glänzendes Gerät. Ein Scanner.
“Die Datenaufzeichnung ist aktiv, Chefin,” murmelte der Mechaniker, dessen Haltung nun eher die eines Bodyguards als eines Handwerkers war.
Clara aktivierte das Gerät. Ein roter Laserstrahl tastete die Windschutzscheibe des Sportwagens ab. Das Gerät piepte zweimal kurz.
Claras Lippen kräuselten sich zu einem winzigen, freudlosen Lächeln. “Bingo.” Sie drehte sich zu den beiden kreidebleichen Jungs um. “Ihr dachtet, ihr fahrt hier nur ein bisschen in Papas Auto spazieren? Ihr dachtet, ihr könnt euch über jemanden lustig machen, der am Straßenrand steht?”
Sie trat dicht an den Fahrer heran, so dicht, dass er vor ihr zurückwich, bis er hart gegen die Karosserie prallte.
“Was ihr nicht wusstet,” flüsterte sie, “ist, dass dieses Auto gestohlen ist. Und was ihr erst recht nicht wusstet…” Sie machte eine Kunstpause, die Spannung war fast greifbar. “…ist, wem ihr es gestohlen habt.”
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Ein zweites Auto näherte sich in der Ferne. Kein dröhnender Motor, sondern ein fast lautloses, elegantes Gleiten. Scheinwerfer schnitten durch die zunehmende Dunkelheit.
“Und glaubt mir,” sagte Clara, während sie den Blick auf das herannahende Fahrzeug richtete, “ich bin euer kleinstes Problem. Mein Vater allerdings…”
Fortsetzung folgt…
🤫 Wer sitzt in dem herannahenden Wagen? Welche dunklen Geheimnisse verbergen sich noch in Claras Welt? Das und mehr erfahrt ihr im nächsten Teil! Bleibt dran! 👇
